Dienstag, 4. Februar 2014

ERFOLG

Heute erzähle ich euch mal, wo ich ein halbes Jahr gearbeitet habe und was ich hier in Lettland so getan habe.
Ich bin eine von vier Freiwilligen im Verein "ERFOLG".
Nach Nikolas und Jeanne sind Maria und ich mit Pia und Ana wieder vollzählig.
Der "Verein der Dünaburger Deutschen" wurde 1994 von Geoge Jesse gegründet. Zunächst bestanden die Mitglieder der Gesellschaft aus baltischen und russischen Deutschen, Deutschbalten aus den baltischen Ländern und ihren Nachfahren. Der Zweck der Organisation bestand zunächst in der Wiederherstellung und Wahrung ihrer ethnischen Identität.
2005 wurde ERFOLG umgestaltet und seine Prioritäten geändert. Olga Jesse, meine Chefin, ist seitdem Leiterin des Vereins, der in "VEREIN" und "TRAININGS/- oder auch WEITERBILDUNGSCENTER" eingeteilt ist. Für all diejenigen, die Interesse an der deutschen Sprache, Kultur und Geschichte haben, wurden die Türen geöffnet und Veranstaltungen für jedermann organisiert, unabhängig von ihrer nationalen Herkunft.

Erfolg setzt sich vor allem für die Förderung der deutschen Sprache (Deutschkurse, Bibliothek), der deutschen Traditionen und Kultur (Veranstaltungen, Projekte, Feste) und einer Studie über die Geschichte der Deutschen in der südöstlichen Region von Lettland ein. Für jede Generation werden passende Aktivitäten angeboten. Erfolg wurde in den letzten Jahren immer aktiver und arbeitet regional mit vielen wichtigen Einrichtungen und auch der Stadt Daugavpils selbst zusammen. Auch Kontakte zu Vereinen in anderen baltischen Staaten und zu Deutschland bestehen.
Zur Zeit wurden die Prioritäten erneut geändert und Erfolg wurde zur "Society ERFOLG". Ziel ist nun, den interkulturellen Dialog zu vertiefen und international zu arbeiten. Dafür werden immer mehr europaweite Projekte von ERFOLG durchgeführt, vor allem im Bereich der Jugendarbeit und des kulturellen Austauschs.
Meine Aufgaben hier sind sehr verschieden.
Offiziell bin ich eine Art Reporter für ERFOLG.
Das heißt, ich begleite alle Projekte, Events und sonstige Aktivitäten und mache Fotos, Videos oder Präsentationen. Ich dokumentiere alles in Berichten, auf Blogs, in Artikeln und stelle Beiträge und Fotos zum Beispiel auf Facebook hoch. Außerdem bin ich verantwortlich für unseren Freiwilligen Blog und meinen eigenen.
Bestimmte Events und Aktivitäten habe ich auch selbst geplant, wie verschiedene Kinderschulen und Feste wie Sankt Martinstag.
Bei dieser Planung steht immer eine Menge Arbeit an: Vorbereitung (Planen, Ablaufplan, Verantwortlichkeitseinteilung, Organisieren und Absprechen, Einkaufen, Werbung kreieren und publizieren, ...), Durchführung (Raum vorbereiten, Präsentieren, Dokumentieren, ...) und Nacharbeiten (Berichte, Artikel, ...).
Dann bin ich ab und zu auch für Übersetzungen zuständig (Russisch - Deutsch / Russisch - Englisch / Englisch - Deutsch).

Jeden Donnerstag findet zudem die deutsche Konversationsrunde statt, die ich leite.
Manchmal gebe ich auch Deutschunterricht. Für Kinder, für Erwachsene mit Erfahrung und für totale Anfänger.
Joa, das wärs so im Groben. :)
Auf jeden Fall gibt es immer viel und ausreichend zu tun, besonders im Sommer, wenn viele Projekte anstehen.
Zur Zeit konzentriere ich mich allerdings nur noch auf meine Abreise und bereite meine Abschlussberichte vor.


Unsere Webside: http://www.erfolg.lv/

Schönheit


"Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet. Je mehr jemand die Welt liebt, desto schöner wird er sie finden." 

Christian Morgenstern


Warum wir in Schweden nicht nur unsere Herzen verloren haben.

Letztes Wochenende haben Pia, Maria, Corinna und ich uns auf den Weg nach Schweden gemacht.
Natürlich ging das nicht ganz reibungslos ab.
Nachdem wir viel zu spät gestartet sind (Portugiesen werden sich nie an den Winter gewöhnen, eh die komplett angezogen sind vergeht eine halbe Ewigkeit... ;) ) und mit letzter Kraft, vollem Gepäck und gegen die Eiseskälte kämpfend zur Fähre hetzten, mussten wir natürlich noch einen Diebstahl verkraften.
Völlig ausgepowert und eigentlich viel zu spät erreichten wir dann doch noch unser Ziel und wurden wider Erwartens eingelassen. Dann standen 18 Stunden Überfahrt an, faszinierend zu sehen, wie das Schiff sich durch das Eis frisst.
 Nachdem wir der Robbie Williams Show einen Besuch abgestattet hatten, ging es dann auch schnell wieder in die Kabine - die ganze Aufregung zuvor hatte uns alle schrecklich müde gemacht.


Umso frischer und enthusiastischer stiegen wir dann aus der Fähre direkt .... in das Paradies!

 

Stockholm ist eine atemberaubende Stadt und schon auf dem Weg zu unserem couchsurfing host haben wir den Mund nicht mehr zu bekommen.

Die Häuser, die Architektur, der Lebensstil, ....
Wir waren begeistert!
Nach eineinhalbstündigem Walk in die Innenstadt ging es für Corinna ins Hostel und für uns mit der Metro zu Björn.
Er ist ein echter Schwede und der liebenswerteste Host aller Zeiten!
Nach kurzer Stärkung mit Suppe ging es dann schon mit ihm quer durch Stockholm. Björn zeigte uns alle wichtigen Plätze und Details und wir waren an jeder Ecke hin und weg.
Stockholm ist keine große Stadt und so haben wir auch viele vor Touristen versteckte Orte sehen können.
Stockholm ist etwas Besonderes.
 Es gibt kein unsaniertes Haus, selbst das "schlimmste" Viertel ist sehr schön und gepflegt.  Der Lebensstandart ist wahnsinnig hoch - und sehr ausgeglichen! Es gibt keine Superreichen, aber auch keine Superarmen! Der Abstand zwischen den Gesellschaftsschichten ist nicht sehr groß - und der Großteil lebt in sehr guten Verhältnissen. Bettler am Straßenrand haben Skikleidung an, sehen gewaschen aus und lesen ein Buch, kein Vergleich zu dem, was ich schon in Riga sehen musste.
Dieser Lebensstandart lässt uns nur staunen und ließ uns kräftig investieren an diesem Wochenende: am Abend sind wir für unseren Host einkaufen gegangen - 2 Tomaten, eine Zwiebel, ein Pack Nudeln, eine handvoll Pilze, etwas Sahne und ein bisschen Käse: für 20 Euro voll ok! :O

Wir hatten einen echt interessanten Abend mit leckerem Essen, tollen Gesprächen und viel Wissenswertem.

Am nächsten Tag zogen wir allein los: wir erkundeten eine andere Insel (Stockholm liegt auf 14 Inseln, um die Stadt herum gibt es circa 24 000!) und den großen Park.
Am Nachmittag hieß es dann leider, leider schon wieder Abschied nehmen von Björn und dieser Traumstadt! Um 17 Uhr legte unsere Fähre ab und 18 Stunden und diesmal mussten einige von meiner Gruppe bei starkem Seegang mit der Übelkeit kämpfen.
Trotzdem kamen wir wohlbehalten und glücklich wieder in Riga an.
Dort ging es nach einer Stärkung im Pancakehouse direkt in die deutsche Botschaft, wo wir über unsere EVS-Zeit und unsere Erfahrungen in Lettland sprachen, sowie über einige Projekte.
Dann ging es auch schon wieder ab nach Hause.




Was mir in Schweden am meisten gefallen hat? Die Menschen.
Ich habe noch nie so viele glückliche Gesichter gesehen, ohne Sorge, ohne Stress.
Jeder war gut gelaunt, kann fließend Englisch, kümmert sich um seine Familie und Mitmenschen und ist furchtbar hilfsbereit! Unaufgefordert haben uns wundervolle Menschen weitergeholfen und unterstützt.
Das hat mich beeindruckt.


Visu labu, eure Therese :*