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Samstag, 8. Februar 2014

Multilingual

Ich habe während meiner EVS-Zeit viel an meinen Sprachkenntnissen gearbeitet.


Zum einen hatte ich die beste Russischlehrerin die ich mir in meiner Situation vorstellen konnte: Jelena!
Eigentlich ist sie Deutschlehrerin, aber da ich ja schon 6 Jahre Russisch in der Schule hatte, mussten wir nicht bei 0 anfangen, sondern ich konnte Neues lernen und meinen Wortschatz erweitern.

Wir hatten eine wundervolle Zeit zusammen und ich habe sie wirklich lieb gewonnen. Sie wird mir fehlen! :(


 Genauso wie Dace, meine Lettischlehrerin. Sie ist eine Freundin von Dagnija und da sie erst 24 ist, haben wir uns mehr als gut verstanden!
Zwar musste ich jeden Donnerstag um 8 bei ihr sein (waah früh aufstehen! :D), aber es hat sich immer gelohnt.
Ich kann jetzt zwar nur grundlegende Sachen, aber ich finde Lettisch ist eine sehr schöne Sprache und ich werde mich weiter damit beschäftigen.
Gestern haben Dace und ich uns in einer Bar getroffen und Abschied gefeiert, der uns beiden schon sehr schwer fiel.. :(


Außerdem bin ich überall von den verschiedensten Sprachen umgeben. Lettisch, Russisch, Latgallisch, Englisch, Portugiesisch, Deutsch, Georgisch, Türkisch, Spanisch, Estisch, Litauisch, Französisch, ...
Das hat auf jeden Fall meinen Wortschatz erweitert und es war wahnsinnig interessant, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen all diesen Sprachen zu entdecken. Und vor allem war es eine tolle Erfahrung, die mir sehr wichtig ist.

Visu labu, eure Therese!

  :*

Dienstag, 4. Februar 2014

ERFOLG

Heute erzähle ich euch mal, wo ich ein halbes Jahr gearbeitet habe und was ich hier in Lettland so getan habe.
Ich bin eine von vier Freiwilligen im Verein "ERFOLG".
Nach Nikolas und Jeanne sind Maria und ich mit Pia und Ana wieder vollzählig.
Der "Verein der Dünaburger Deutschen" wurde 1994 von Geoge Jesse gegründet. Zunächst bestanden die Mitglieder der Gesellschaft aus baltischen und russischen Deutschen, Deutschbalten aus den baltischen Ländern und ihren Nachfahren. Der Zweck der Organisation bestand zunächst in der Wiederherstellung und Wahrung ihrer ethnischen Identität.
2005 wurde ERFOLG umgestaltet und seine Prioritäten geändert. Olga Jesse, meine Chefin, ist seitdem Leiterin des Vereins, der in "VEREIN" und "TRAININGS/- oder auch WEITERBILDUNGSCENTER" eingeteilt ist. Für all diejenigen, die Interesse an der deutschen Sprache, Kultur und Geschichte haben, wurden die Türen geöffnet und Veranstaltungen für jedermann organisiert, unabhängig von ihrer nationalen Herkunft.

Erfolg setzt sich vor allem für die Förderung der deutschen Sprache (Deutschkurse, Bibliothek), der deutschen Traditionen und Kultur (Veranstaltungen, Projekte, Feste) und einer Studie über die Geschichte der Deutschen in der südöstlichen Region von Lettland ein. Für jede Generation werden passende Aktivitäten angeboten. Erfolg wurde in den letzten Jahren immer aktiver und arbeitet regional mit vielen wichtigen Einrichtungen und auch der Stadt Daugavpils selbst zusammen. Auch Kontakte zu Vereinen in anderen baltischen Staaten und zu Deutschland bestehen.
Zur Zeit wurden die Prioritäten erneut geändert und Erfolg wurde zur "Society ERFOLG". Ziel ist nun, den interkulturellen Dialog zu vertiefen und international zu arbeiten. Dafür werden immer mehr europaweite Projekte von ERFOLG durchgeführt, vor allem im Bereich der Jugendarbeit und des kulturellen Austauschs.
Meine Aufgaben hier sind sehr verschieden.
Offiziell bin ich eine Art Reporter für ERFOLG.
Das heißt, ich begleite alle Projekte, Events und sonstige Aktivitäten und mache Fotos, Videos oder Präsentationen. Ich dokumentiere alles in Berichten, auf Blogs, in Artikeln und stelle Beiträge und Fotos zum Beispiel auf Facebook hoch. Außerdem bin ich verantwortlich für unseren Freiwilligen Blog und meinen eigenen.
Bestimmte Events und Aktivitäten habe ich auch selbst geplant, wie verschiedene Kinderschulen und Feste wie Sankt Martinstag.
Bei dieser Planung steht immer eine Menge Arbeit an: Vorbereitung (Planen, Ablaufplan, Verantwortlichkeitseinteilung, Organisieren und Absprechen, Einkaufen, Werbung kreieren und publizieren, ...), Durchführung (Raum vorbereiten, Präsentieren, Dokumentieren, ...) und Nacharbeiten (Berichte, Artikel, ...).
Dann bin ich ab und zu auch für Übersetzungen zuständig (Russisch - Deutsch / Russisch - Englisch / Englisch - Deutsch).

Jeden Donnerstag findet zudem die deutsche Konversationsrunde statt, die ich leite.
Manchmal gebe ich auch Deutschunterricht. Für Kinder, für Erwachsene mit Erfahrung und für totale Anfänger.
Joa, das wärs so im Groben. :)
Auf jeden Fall gibt es immer viel und ausreichend zu tun, besonders im Sommer, wenn viele Projekte anstehen.
Zur Zeit konzentriere ich mich allerdings nur noch auf meine Abreise und bereite meine Abschlussberichte vor.


Unsere Webside: http://www.erfolg.lv/

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Wenn die Arbeit einen zwingt, in Weihnachtsstimmung zu kommen.

In den letzten Wochen habe ich nicht viel posten können, denn es gab viel zu tun - schließlich ist Weihnachtszeit!

Jeden Tag organisieren wir Freiwilligen einen Bastelworkshop passend zum Thema Weihnachts- oder Winterzeit, kulturelle Abende und andere Veranstaltungen.
Zudem mussten wir am Wochenende arbeiten, da die lettische Regierung beschlossen hat, dafür die Feiertage zu verlängern.
Das Gute an der Arbeit ist, dass ich - abgesehen von der Vorbereitung - nicht am Computer sitzen muss, oder unaktiv bin - ich werde gleich mit in die weihnachtliche Atmosphäre getaucht und kann mit Hilfe der Workshops auch meine Wohnung etwas schmücken. ;)
Es macht echt Spaß, meistens kommen unsere Freunde aus Daugavpils und wir erschaffen mehr oder weniger gelungene Sterne / Adventskränze / Engel / Teelichgläser / Christbaumkugeln / Fensterbilder / Weihnachtsgrußkarten...
Dinge, die ich sonst nie ausprobiert oder gemacht hätte. Das ist echt nicht schlecht, diese Arbeit. ;)


 

Am 6. Dezember war Nikolaus und ich war für die Organisation zuständig.

Sogar die Lokalpresse war  da und interviewte mich.
Es gab zunächst eine Präsentation über den Sankt Nikolaus und die Traditionen in Deutschland (auf Russisch und Deutsch - mit Ana's Hilfe), dann wurden Lieder gesungen und ein Gedicht aufgesagt.

Außerdem hatten wir ein kleines  Spiel vorbereitet und es gab selbstgebackenen Kuchen und Plätzchen, sowie Tee.
Im Vorfeld hatten wir einen Contest zum Thema "Bastel dir deinen eigenen, kleinen Nikolaus" durchgeführt, die Gewinnerin erhielt ein kleines Geschenk und ein Diplom.
Dann besuchte der Nikolaus die Kinder.
Knecht Ruprecht war auch dabei. Dargestellt wurden sie von zwei Leuten aus meinem Verein, die...naja, schon ein Fall für sich sind.
Sie haben ein kleines Schauspiel aufgeführt und versucht, Spiele mit den Teilnehmern zu Spielen, aber aufgrund ihres teilweise echt schrecklichen Verhaltens gelang das nicht so. Aber mein Part war erledigt und ich war zufrieden. ;)

Am Sonntag mussten wir auch Arbeiten, weil sich mein Verein am städtischen Weihnachtsprogramm auf dem Hauptplatz teilnahm.
Also ging es in mehr oder weniger schönen Outfits ins "Zwergenhaus".
Maria, Pia und ich boten kleine Workshops für Kinder an: Weihnachtskarten basteln, Sterne falten, Perlensterne fädeln und Christbaumkugeln gestalten.
Außerdem gab es Mal- und Rätseltische für die Kleinen, einen Informationspunkt über "ERFOLG" und seine anderen Aktivitäten, ein Spiel und Quiz über Deutschland und der Nikolaus war auch wieder am Start.
Genau wie "Lorelei", unser Chor.
Nach dem etwas turbulenten Yoshi-Abend waren Pia und ich noch nicht ganz frisch und aus dem Ei gepellt und die Outfits steigerten unsere Laune nur mäßig.

Trotz allem haben wir versucht, das Beste draus zu machen.
Bei den Bildern versteht ihr, was ich meine... ;)

Etwas lockerer ging es am Mittwoch zu, Ana veranstaltete ihren georgischen Abend, der ein voller Erfolg war!

Auf eine echt coole Präsentation ihres Heimatlandes folgten leckere, selbstgebackene Teigwaren (mit der Hilfe von ihrem georgischen Freund Georgi) und toooooooller georgischer Wein, der zu den besten der Welt gehört.
Der Abend wurde perfekt mit einem Restaurantbesuch mit meiner Daudau-Crew abgerundet. :)
Morgen steht eine internationale Weihnachtsfeier auf dem Programm, wo jeder sein Land mit einem typisch weihnachtlichen Brauch repräsentiert. Mal sehen, wie das wird.:)

Visu labu,
auf bald - eure Therese! :*


Mittwoch, 4. Dezember 2013

Weihnachtsstimmung


Wie jedes Jahr ist es nun wieder so weit: Weihnachten steht vor der Tür.
Es fällt mir immer ein bisschen schwer, in weihnachtliche Stimmung zu kommen - eh alles erledigt, vorbereitet, angefertigt und bearbeitet ist, ist das Fest schon wieder um.
Dieses Jahr bleibt aber mehr Zeit, alles zu genießen, was angesichts des Weihnachtsgebäcks vielleicht keine so gute Idee ist...
Ich habe ja das Glück, in Lettland zu sein - das heißt zweimal Weihnachten, im Januar geht das Ganze nochmal von vorn los! ;)
Natürlich ist die Weihnachtszeit hier auch eher stressig als besinnlich - wir haben viele Workshops und Events vorzubereiten und durchzuführen, aber trotz allem habe ich die Chance, Weihnachten von einer neuen Seite kennenzulernen und die Idee von Weihnachten verstärkt zu erleben. Und auch   hier lerne ich erneut eine neue Seite an mir selbst kennen. Ich merke immer mehr, was wirklich wichtig im Leben ist, was meine persönlichen Ziele sind und wie ich sie erreichen kann. Vor allem mit wem. 

Mit all den wundervollen Menschen um mich herum - die eine zweite Familie geworden sind - genieße ich diese Zeit zum ersten Mal richtig bewusst. Wir feiern gemeinsam den ersten Schnee; wärmen uns an Tee beim Pläneschmieden; wir träumen und malen unsere neuen Ideen noch bunter aus; lassen unsere Augen strahlen beim Erfüllen kleiner Wünsche; wir helfen uns, wenn der "Weihnachtsfrieden" gestört wird und wir fühlen uns untereinander immer mehr verbunden, beim Ausstauschen und Feiern (inter)nationaler Traditionen.




Das Gute an meiner Arbeit ist ja, dass wir jederzeit kreativ sein können und müssen - ich komme also bereits auf Arbeit mit verschiedenen Weihnachtstraditionen in Kontakt und kann viel über Bräuche aus aller Welt lernen - allem voran natürlich aus Lettland, Russland und Deutschland; aber auch aus Georgien, Portugal, Frankreich, Spanien,...
Am vergangenen Dienstag war ich wieder bei Dagnija im "Büro" und wir haben Adventskränze gemacht.
Es ist immer fazinierend, all die Menschen, die singen, musizieren und fröhlich beisammen sitzen, zu sehen und zu erleben. Es ist schön, 
ein Teil dieser Gruppe zu sein und alles um mich herum zu vergessen, alles fallen lassen und sich nur auf den Moment zu konzentrieren.
Das fand auch Pia, die ich mitgenommen hatte. Wir hatten wirklich einen tollen Abend und meine Wohnung sieht nun auch weihnachtlich aus. (:

Visu labu, eure Therese! :*




Freitag, 22. November 2013

Gute Neuigkeiten!!! (:

Meine Zeit hier vergeht wie im Flug, ich habe so viele Pläne und Wünsche und Gedanken und Orte, die ich noch sehen möchte; Menschen, die ich nicht missen möchte.
Und wenn ich mir jetzt vorstelle, dass ich am 31. Dezember schon im Flieger sitzen müsste, werde ich ganz traurig, zu gern würde ich Lettland noch ein bisschen länger genießen!

Darum haben Maria und ich vor einem Monat einen Antrag auf Projektverlängerung gestellt, und heute - endlich! - wurde dieser bestätigt!!!


Das heißt, ich bleibe zwei Monate länger hier, Maria erweitert ihre Zeit auf ein Jahr (sie bleibt bis Mai).

Warum ich nicht auch ein Jahr bleibe? Weil ich schon andere Pläne habe, und irgendwann muss ich ja wieder zurück. ;)

Also bleiben mir noch 3 weitere Monate. Ich kann es kaum erwarten!!!



Visu labu,

eure Therese :*

Mittwoch, 13. November 2013

bakercats!

Für den Martinstag haben Pia und ich uns im Vorfeld bei mir getroffen und gebacken!
Nach einem nicht ganz einfachen Start (Unsicherheiten mit dem Gasofen - zwar kam Gas raus, aber es ging keine Flamme an - nach panischen und mädchentypischen Fluchten auf den Balkon habe ich es dann doch hinbekommen, ist halt ein altes Gerät ;) ) haben wir ganz ganz viel und ganz ganz lecker Gebacken!!!
Es hat echt Spaß gemacht und ich denke, ich werde das mit Pia so bald wir möglich wiederholen!
Und während sie mit liebevoller Hingabe Weckmänner geformt habe, habe ich mal wieder für Entertainment gesorgt - schließlich musste ich noch eine Wette einlösen. Ich habe uns perfekt vorbereitet und mit selbstgebastelten Backhüten ausgestattet (auf die Details kommt es an! :D), eine kleine Teigschlacht angezettelt, meinen dicken Traumann gebacken (was gibt es besseres? Er ist pflegeleicht, hört zu, er gibt einem was man will und wenn er doch nicht so gelungen ist, macht man sich einen neuen! :D) und bin zu The Chordettes abgegangen.
Grund ist ein Video, was ich vielleicht noch zeigen werde ;)

Auf jeden Fall war es ein echt witziger Vormittag, danke Pia - es hat sich gelohnt! :)


       Visu labu, eure Therese! :*







EVS

... ein bisschen nehme ich das Pia schon übel :D
Hahaha, nein, Spaß.
In diesem Video zeigt Pia ihr Leben hier in Daugavpils als EVS, und Maria und ich kommen auch zu Wort...
Für alle, die das sehen können: Ich bin nicht gelangweilt, ich möchte seriös wirken! :D




Martinstag vs. Erster Weltkrieg

Ich habe das Gefühl, es passieren in letzter Zeit immer zwei Sachen auf einmal.


Damit ihr auch mal seht, dass ich nicht die ganze Zeit nur Party mache, sondern auch zwischenzeitlich wirklich arbeite, kommt heute mal wieder etwas über meine Tätigkeiten als EVS.

Am 11.11. gibt es unheimlich viele Dinge mehr oder weniger zu feiern. Diverse Geburtstage, Beginn der Karnevalssession, Ende des Ersten Weltkrieges, Lāčplēsis-Tag und Sankt Martinstag.

Ich habe für "ERFOLG" den Martinstag gestaltet und mir ein kleines Programm überlegt.

Die Idee war, lettische Geschichte (Lāčplēsis-Tag) mit deutscher Tradition (Sankt Martinstag) zu verbinden.




Treffpunkt war unser Vereinszentrum, von dort ging es in die Stadt, wo wir uns an einem großen Fackelumzug zum Vienības Nams (zentraler Platz in Daugavpils) beteiligten.
Dort war eine Bühne aufgebaut und die Menschen bildeten mit den Fackeln den Umriss Lettlands, als symbolischer Akt der Unabhängigkeit und Eigenständigkeit des Landes.
Dann folgte ein buntes Programm auf der Bühne, aber es war nass und kalt und ich hatte eh noch anderes geplant.. ;)
Zurück in "ERFOLG" führte ich eine Präsentation über den Heiligen Sankt Martin, seine Geschichte und die üblichen Bräuche vor.
Dann gab es von Pia und mir (siehe nächster Post) selbstgebackene Weckmänner und Gewürzkuchen, wir haben Martinslieder gesungen und zum Schluss kürte ich die Gewinner des Laternenkontest.
Im Vorfeld hatten wir nämlich dazu aufgerufen, Laternen zu Basteln.
Die Gewinnerin war eine Teilnehmerin aus unserer Herbstkinderschule, die eine niedliche Eulenlaterne innerhalb der children school mit Maria und Pia gebastelt hatte.
Der Abend war echt schön geworden und ich bin froh, dass alles geklappt hat und Teilnehmer gekommen sind, die alles (vor allem das Gebäck) sehr gelobt haben.

Es ist nämlich nicht ganz so einfach, so ein Event zu Planen.
Man muss früh genug anfangen, dann Werbung kreieren (Flyer/Aushänge/Facebook/...).
Das Schwierige an der Sache ist, dass ich es von Deutsch auf Englisch und dann jemand anderes auf Russisch und dann jemand anderes auf Lettisch übersetzen muss. Denn es gibt kaum jemanden, der perfekt Englisch, Russisch und Lettisch spricht und dann hat kaum jemand Zeit.

Das heißt: Man rennt von einem zum anderen, was Zeit frisst. Dann Geschenke überlegen, Einkaufen, Leute anrufen, den Raum gestalten, im Nachhinein Berichte und Artikel schreiben,...
Ich hatte mir als Besonderheit überlegt, einen Reiter (als Sankt Martin verkleidet) zu organisieren, der die Kinder vom Umzug mit der Kutsche abholt und zu "ERFOLG" bringt, aber der hatte leider sein Pferd verkauft... :D
Trotzdem war es gut und lecker.. :P


Visu labu,
eure Therese :*
 

Dienstag, 5. November 2013

Eurovision vs. childrenschool

Mein Verein "ERFOLG" ist ja - wie ihr bereits wisst - sehr vielfältig und hat unheimlich viele interessante Projekte.
Jede Woche ist etwas los, sei es ein Event, ein Austausch, Weiterbildungen, Feste, Präsentationen, Workshops, childrenschool, etc.
Und natürlich gab es auch genau das letzte Woche wieder - nur leider alles zusammen.
Wir Freiwilligen sind immer für die childrenschools zuständig. Die Verantwortung dafür hat diesmal Maria übernommen und eine "Autumn and Art school" gezaubert, mit echt schönen Aktionen und Beschäftigungen.
Da war ich aber größtenteils nicht anwesend, denn ich wollte unbedingt einem anderen Projekt teilhaben: "EUROVISION" - ein Austauschprojekt mit jungen Leuten aus Estland, Polen, Lettland und der Türkei!!!

Da ich mein EVS mache, ist es mir nicht erlaubt, an anderen Projekten innerhalb des YiA-Programms teilzunehmen, darum war ich Ineses Assistent und als Fotograf tätig.
Eurovision hat sich mit der Thematik EU2020 beschäftigt - einem europaweitem Programm zur Verbesserung der Kommunikation über Ländergrenzen hinweg, mit verschiedensten Fördermaßnahmen in wirtschaftlich schwachen und nicht so stark entwickelten Ländern. Ziele sind zum Beispiel der Abbau der Jugendarbeitslosigkeit; mehr Möglichkeiten, um internationale (Arbeits- und Ausbildungs-) Erfahrungen zu machen; die stärkere Vernetzung von Jugendlichen und so weiter.
Um das Ganze nicht zu theoretisch zu machen ist das Projekt mit freiem darstellenden Spiel verbunden wurden.
Das heißt: zunächst wurde über EU2020 diskutiert, dann ist Inese besonders auf die Themen YouthEmployment und Non-formal Education eingegangen.
In Gruppen und Workshops haben die Teilnehmer später überlegt, wie sie diese Elemente auf der Straße einbringen und in eine Improvisation einfügen können.
Es wurde ein happening und eine Performance zu jedem der Themen auf der Hauptstraße von Daugavpils spontan als Flashmob vorgeführt. Die Daugavpilsner waren diese Art von Kunst sichtlich nicht gewohnt und es war super lustig zu sehen, wie sie reagierten! :D

Für mich war es allemal interessant - besonders, da ich meistens nur vor der Kamera stand und selbst liebend gern spiele. Es war das erste Mal, dass ich so aktiv als Fotografin tätig war und es war wirklich nicht immer leicht. Ich war von früh um 10 bis abends um 10 oder 11 auf Arbeit und habe geknipst, beobachtet und meine Fotografiekenntnisse erprobt- man muss sein Augen immer überall haben und den richgtigen Moment erwischen - aber: das war noch nicht alles.

Denn ganz nebenbei habe ich ab um 9 morgens Deutschunterricht gegeben (das hieß: gegen um 8 da sein), zwischendurch ein paar Kinder betreut, Vorträge über Erfolg gehalten, EVS für eine Schülergruppe aus Deutschland präsentiert, portugiesischnem Sprachunterricht beigewohnt, Übersetzungen geschrieben, täglich geblogged und stundenlang Bilder hochgeladen, Material für den nächsten Tag vorbereitet, kulturelle Abende begleitet und dokumentiert, vielleicht etwas Kleines gegessen, wenig (und das größtenteils auf dem Boden) geschlafen, sogar Halloween gefeiert - ich hasse ja bekanntlich kommerzielle Feste, aber nach polnischem Vodka wollte ich dann auch gruselig aussehen.

Das sah ich dann auch wirklich, denn Heli - meine Visagistin - und ich hatten bereits den selben Zustand erreicht. Aber: das Ergebnis hat gepasst! :D Ich bin dann im Club unter all den Austauschleuten und Letten schon herausgestochen (die anderen wollten alle "süß gruselig" aussehen, während ich immer "scaryyyscaryyscaaaryyyy!" geschrien habe), aber war mir dann auch egal.
Meinem Körper nicht, denn am Freitag bin ich zusammengebrochen. Das war zwar, als ich zuhause war, um etwas zu holen und nicht auf offener Straße und es war nichts sonderlich Ernstes, aber es war trotzdem extrem für mich.
Extrem viel, vielleicht.
Ich habe fast jeden Tag 14 Stunden gearbeitet - ohne Pause - und zuhause wartete auch nicht gerade bombastische Erholung auf mich.

Zusätzlich baue ich mir innerlich immer selbst noch Mauern auf, ist ja nicht so schon spannend genug.
Als mir dann mein Chef ganz locker zwischen Tür und Angel (ich war erstaunlicherweise im Stress) zuwarf, es sei meine eigene Schuld und ich sei faul, ist dann doch irgendetwas in mir zerbrochen.
Mein Körper hat abgeschaltet, weil mein Kopf das nicht kann.
Mir wurde schwarz vor Augen und ich entschied mich dann für Schlaf, auch wenn nun keine Fotos von Freitag Abend exisitieren.
Der Schlaf war wirklich alles, was ich nach dieser harten Woche gebraucht hatte und mir ging es schnell wieder soweit gut, um am Samstag Abend mit nach Jēkabpils zu kommen. Ich habe wirklich Glück, denn meine Freunde haben es gar nicht zugelassen, dass es mir schlecht geht, mit geholfen und mich unterstützt. Sie haben sich für mich eingesetzt und mich ermutigt, zu sagen, was mir fehlt oder missfällt (was mir immer noch schwer fällt).

Als Freiwilliger (Betonung auf "Frei")  ist man verpflichtet, nein zu sagen. Das habe ich nicht, aber dafür waren die Woche und die Projekte einfach zu verlockend für mich, ich wurde ja nicht gezwungen, es war mein eigener Wunsch.
Ich bereue es nicht und ich bin so glücklich über diese Woche, ich habe Wahnsinnsmenschen kennengelernt, viele tolle Lebensgeschichten gehört, weitere Dinge über andere Kulturen gelernt, eine Menge Spaß gehabt und mir war auf jeden Fall nie langweilig!!! ;)

Ich war mit der Gruppe viel unterwegs (Workshops/Theater/Fortress/...) und meine Chefs haben nicht mitbekommen, wie viel bei mir los ist. Ich denke, es hat sich nur um ein Kommunikationsproblem zwischen uns gehandelt - ich habe heute alles geklärt und hoffe, dass ich nicht noch einmal in diese Situation kommen muss, meine Chefin hat Besserung und mehr Verständins versprochen.

Auf jeden Fall sah heute die Welt schon wieder ganz anders aus - alle waren super nett und lustig drauf; ich bin ausgeschlafen; es ist an der Zeit, neue Projekte, die vor der Tür stehen, zu organisieren; wir Freiwilligen haben schon wieder Millionen Pläne für weitere Reisen und gemeinsame Aktivitäten und: ich habe ein neues Schlafsofa!

Was für eine Woche!!! Aber, ich stecke schon wieder mitten in der nächsten, die Zeit rennt!
Es gibt an allen Ecken was zu tun - wenn ich diese Woche etwas gelernt habe, dann ist das, nein zu sagen. Und auch diese Erfahrung muss man machen.

Also, wieder viel zu langer Text... Um es auf den Punkt zu bringen: ich bin glücklich, so wie es ist - mit meiner Arbeit, meine Freunden, meinen Möglichkeiten und jetzt auch mit meiner Wohnung. :)

Ich drücke euch,
Visu labu,
eure Therese :*

Donnerstag, 3. Oktober 2013

challanges

Während des On-Arrivals haben wir auch Riga einen Besuch abgestattet, für viele Teilnehmer war es das erste Mal, für mich eher wie der alltäglich Gang zum Bäcker. ;)

Aber wir waren dort nicht auf Sightseeingtour, sondern haben nicht ganz alltägliche Dinge ausprobiert und erlebt - schließlich sollten wir uns ja kleinen "challanges" stellen.

Jeder bekam eine Liste mit Aufgaben, die er in Riga bewältigen sollte  - Ziel war es, so viele wie möglich davon zu lösen.

Unsere Mentoren sollten uns dabei zwar begleiten, aber nur im Hintergrund als Helfer fungieren.

Außerdem sollten wir uns zu 2er oder 3er Gruppen zusammenfinden, meine Gruppe bestand aber hauptsächlich aus Anna, Clàudia, Zura, Beqa und mir, unterwegs schloss sich auch noch Ümit an.

Wir haben echt viel gesehen, gelacht, herausgefunden und gemacht und sind mit vielen wunderbaren Erinnerungen in unser Quartier zurückgekehrt.
Ich habe fast alle Aufgaben lösen können - nur ein Punkt auf der Liste fehlt mir.

Doch was sollten wir eigentlich machen? Die "challanges" hatten sehr unterschiedliches Niveau und waren entweder sehr leicht und unkompliziert zu lösen, oder wir mussten kreativer werden.

Das Einfachste war wohl "Entdecke Riga von oben!". Gemeinsam besuchten wir die Aussichtsplattform des großen Radisson Blu Hotels und beobachteten die Stadt aus der Vogelperspektive - ein Punkt von der Liste gestrichen!


Dann sollten wir eine kleine Streichholzschachtel so lange tauschen, bis wir mit dem Ergebnis zufrieden waren. Das war schon ein bisschen schwerer, alle haben gedacht, wir wollen was klauen oder haben uns einfach nicht verstanden. Touristen haben uns dann ausgeholfen, die sind ja sowieso in "Geberlaune", immerhin ertauschten wir uns so einen Stadtplan von Riga, dann eine Taschentuchpackung und zu guter Letzt eine Packung Kaugummi.  :D
Anbei haben wir echt interessante Menschen und Geschichten kennengelernt! - Wieder konnte ein Punkt gestrichen werden.



Außerdem sollten wir uns ein Autogramm von einer brühmten Rigaer Persönlichkeit holen - die Aufgabe haben wir ein bisschen freier interpretiert und nur ein Foto gemacht.
Nämlich mit Georg Armitsted, der von 1901 bis 1912 Bürgermeister in Riga war und die Stadt zur Blüte geführt hat. Stand ja nirgendwo, dass die Person nicht schon tot sein kann...
- wieder ein Punkt bearbeitet!





Als Nächstes fing es an zu Regnen. Eher zu Schütten.
Also gingen wir ins Einkaufszentrum und dort haben wir "Geld auf der Straße" verdient. Mit einem türkischen Tanz, den wir alle gemeinsam getanzt haben. Jeder hat uns nur komisch angestarrt und innerhalb von einer halben Minute kam dann auch die Security, aber wir haben immerhin 25 Santīmi verdient! :D


Dann haben wir die Gelegenheit genutzt und "Eine freiwillige und nützliche Arbeit für die Gesellschaft" verrichtet. Wir haben für alte Leute und Kinderwagen die Türen aufgehalten. Unspekatkulär, aber wir wollten auch diesen Punkt von der Liste streichen. Schließlich ging es ja auch darum, mit einfachen, kleinen Dingen, "Größeres" zu erreichen.. :D
 




Weiterhin haben wir "Jemanden zum Lachen gebracht", in dem Anna, Clàudia und ich einfach eine wildfremde Frau umarmt haben.


Natürlich gab es noch viiel mehr Punkte zu erledigen: wir testeten die 5 besten Apfelsorten Lettanlands;  haben uns die 5 spektakulärsten Sehenswürdigkeiten Rigas angeschaut; haben nach Plätzen gesucht, die uns an zuhause erinnern; ich habe SteinScherePapier mit einer jungen Frau in einem Laden gespielt; wir haben das beste Souvenir gefunden; Rigaer nach ihren Lieblingsgerichten gefragt undundund...

Als wir dann auf dem Weg nach Hause waren, haben wir die "tanzende Dame" getroffen. Sie ist stadtbekannt für ihren etwas eigenwilligen Tanzstil, dazu spielt sie immer einen ungewöhnlichen Mix aus moderener Popmusik und  Oldies ab, was ein furchtbar cooles Bild abgibt. Wir haben nicht lange gezögert, uns sofort daneben gestellt und getanzt. Es war so lustig und irgendwie befreiend, einfach vor all den Leuten auf der Straße im Nieselregen zu tanzen. Es hat soo viel Spaß gemacht und bald kamen sogar einige Fremde dazu, um mitzumachen! Diese spontane Aktion werde ich nie vergessen!!!


Es war wirklich ein unglaublich spannender, aufregender und ereignisreicher Vormittag. Ich war einfach nur glücklich, mit diesen Menschen genau diese Dinge getan zu haben.
Es war echt schön und jede Minute wert. Wir haben viele unbezahlbare Erfahrungen gemacht und sind richtig zusammengewachsen.
Ich bin stolz, diese Gelegenheit bekommen zu haben, denn wann sonst kommt man auf solche Ideen?
Wir haben auf jeden Fall schon unsere eigenen Pläne, um ähnliche Dinge in einem Projekt umzusetzen.

Visu labu, ich habe euch sehr lieb! Eure Therese! :*